Direkt zum Inhalt

Keimzeit bei Saatgut: Dein Ratgeber

Viele Jungpflanzen

 

Wer Gemüse oder Kräuter kultivieren möchte, der steht oft vor der Frage: Säe ich die Samen selbst aus oder kaufe ich Jungpflanzen? Wir finden: Die günstigere und spannendere Variante ist die Kultivierung vom Saatkorn bis zur Ernte. Weitere Vorteile sind, dass man sich sicher sein kann, dass das angebaute Gemüse frei von ungewollten Pflanzenschutzmitteln ist und auch die Auswahl an Sorten beim samenfesten Saatgut kaufen größer ist als bei Jungpflanzen. Leider scheitert es manchmal schon direkt nach der Aussaat: Die Samen keimen nicht. Hier erfährst du alles Wissenswerte rund um die Keimung, Keimfähigkeit, Keimzeit verschiedener Sorten Saatgut und was du tun kannst, um Fehler zu vermeiden!

 

Keimzeit/Keimdauer beim Saatgut: Was ist das?

Unter der Keimzeit, manche nennen es auch Keimdauer, versteht man die Zeit zwischen der Aussaat eines Samens und der Sprossbildung. Diese variiert je nach Sorte, aber auch je nach Umgebung. Das Saatgut benötigt nämlich bestimmte Impulse, um überhaupt zu keimen. Die Keimung bezeichnet den Start der Entwicklung des Samens. Um zu keimen, braucht das Saatgut Wasser, Wärme und Sauerstoff. Im Korn befindet sich ein Pflanzenembryo, auch Keimling genannt, welcher unter den richtigen Voraussetzungen anfängt zu wachsen. Außerdem ist er von Nährgewebe umgeben, welches den Keimling so lange versorgt, bis dieser die Versorgung durch eine Wurzel selbst übernehmen kann. Die Samenschale durchbricht, wenn sie sich mit Wasser vollsaugt. Erst dann kann eine Keimwurzel austreten.

 

Wie lange ist Saatgut keimfähig?

Saatgut ist meist nur einige Jahre haltbar, der Grund dafür ist die Abnahme der Keimfähigkeit. Es bedeutet, dass die Fähigkeit des Korns abnimmt, unter optimalen Bedingungen zu keimen. Eine verminderte Keimfähigkeit kann aber auch eine Verlängerung der Keimzeit bedeuten. Ein Saatgut, was nicht mehr keimfähig ist, wird auch als taub bezeichnet. Einige Sorten Saatgut sind sehr lange haltbar und somit keimfähig. Bis zu 8 Jahre Lagerung ist beispielsweise bei Gurken, Tomaten und Kürbissen möglich. Eine Vielzahl an Samen ist 2 Jahre haltbar, aber es gibt sogar welches, dass bereits nach einem Jahr seine Keimfähigkeit verlieren kann. Dazu zählt Schnittlauch, Dill und Schwarzwurzel. Nicht nur die Art des Saatguts hat einen Einfluss auf die Fähigkeit zu keimen, sondern auch äußere Einflüsse wie eine Lagerung mit zu warmen Temperaturen. Man kann die Abnahme der Keimfähigkeit bei Samen damit erklären, dass im Samen lebende Zellen enthalten sind, welche trotz Keimruhe auf zellulärer Ebene noch einen Stoffwechsel betreiben und so die Reservestoffe innerhalb des Samenkorns langsam abgebaut werden.

 

Saatgut Petersilie und Basilikum

 

Keimfähigkeit deines Saatguts testen

Um die Keimfähigkeit deines Saatguts zu testen, können einige Samen einfach in ein Glas mit Wasser gegeben werden. Schwimmen die Samen nach einigen Minuten an der Wasseroberfläche, so sind sie nicht mehr keimfähig. Sinken die Samen, so kann man sie noch aussäen!

Eine Alternative ist es, ein feuchtes Stück Küchenpapier in eine Schale zu legen, einige Körner Saatgut drauf zu geben und die Schale dann mit Frischhaltefolie zu bedecken. In die Folie müssen noch einige Löcher gepikst werden, da das Saatgut Sauerstoff benötigt, um zu keimen. Je nach Art muss es dann an einen warmen Ort mit ausreichend Licht oder Dunkelheit gestellt werden. Man wartet die übliche Keimzeit der Sorte ab und beobachtet, ob über die Hälfte der Samen keimen. Ist dies der Fall, so ist das Saatgut noch keimfähig. Ist das Saatgut nicht mehr keimfähig, so kann es als Vogelfutter Verwendung finden.

 

Keimzeit/Keimdauer bei deinem Saatgut

Man kann nie genau festlegen, wie lange es dauern wird, bis ein Saatgut anfängt zu keimen. Es müssen für das Saatgut spezifische Umweltfaktoren stimmen, damit es zu dem Impuls der Keimung kommen kann.

Wasser ist für alle Sorten Saatgut notwendig. Einige Samen benötigen aber besonders viel davon, um ihre dicke Schale zu durchbrechen. Dieses Saatgut sollte vorab in Wasser quellen, um die Keimzeit zu verkürzen.

Lichtkeimer benötigen Licht zum Keimen. Diese Samen lassen sich meistens daran erkennen, dass sie kleiner sind. Je kleiner das Korn, desto weniger Energie kann es selbst darin lagern und braucht deshalb die Hilfe des Lichts, um zu keimen. Deshalb sollten diese Samen nur leicht und nicht zu tief in die Erde gedrückt werden. Ein bekannter Lichtkeimer ist Basilikum.

Dunkelkeimer hingegen müssen tiefer in die Erde gedrückt werden, damit sie keimen können. Man kann sie daran erkennen, dass sie groß und dick sind. Dunkelkeimer benötigen aber auch keine komplette Dunkelheit, sondern sogenanntes kurzwelliges Licht, welches ein paar Zentimeter tief in der Erde noch zum Samen gelangen kann. Die Erbse und der Kürbis zählen unter anderem dazu.

Eine Saatgut Vielfalt benötigt Wärme für die Keimung, einige benötigen allerdings besonders hohe Temperaturen von über 15 Grad. So beispielsweise Tomaten, Paprikas oder Melonen. Diese werden auch als Warmkeimer bezeichnet. Richtig heiß mögen es hingegen Feuerkeimer, als Beispiel ist die Echte Akazie zu nennen, welche in der Natur erst nach Bränden keimen können.

Kalte Temperaturen von etwa -4 bis +4 Grad werden von Kaltkeimern zum Keimen benötigt. Dazu gehören Bärlauch und Pfingstrose.

Sind die perfekten Bedingungen für das Saatgut gegeben, dann kann man sich an einer bestimmten Keimzeit pro Sorte orientieren. Wenn man diese Zeiten kennt, dann fällt die Planung des Gemüsegartens leichter und man kann einschätzen, wann ein Samen bloß noch etwas Zeit benötigt und wann es taub geworden ist.

 

Keimzeit Kräuter & Blattgemüse

Kräuter wie Petersilie, Basilikum, Schnittlauch und Dill haben eine längere Keimdauer, denn sie brauchen zwischen Aussaat und Keimung im Schnitt 20 Tage. Gartenkresse ist hingegen sehr schnell und keimt schon nach etwa 2 Tagen. Rucola, Mangold, Feldsalat und Spinat brauchen im Schnitt 10-14 Tage, bis der erste Spross zu sehen ist. Die Keimzeit von Kopfsalat und Salatmischungen beträgt 6-10 Tage.

 

Saatgut Möhre in der Erde

 

Keimzeit Gemüse

Zwiebel, Pastinake und Möhre gehören zu dem Saatgut Gemüse, was länger braucht, um zu keimen. Etwa 20 Tage muss gewartet werden, bis etwas sprießt. Zucchini, Kürbis, Tomate, Paprika, Chili, Aubergine, Rote Beete und Gurke brauchen im Schnitt 12 Tage von Aussaat bis zur Keimung. Die Keimdauer von Stangenbohne, Buschbohne und Erbse beträgt ca. 10 Tage. Grünkohl, Kohlrabi, Weißkohl und Radieschen sind mit 8 Tagen Keimzeit etwas schneller.

 

Keimzeit Blumen

Es ist sehr beliebt geworden, nicht nur Kräuter und Gemüse auszusäen, sondern auch Bienenweiden und Blumenwiesen Saatgut. Die meisten Blumen, unter anderem Sonnenblumen Saatgut und Essbare Blüten, haben eine ungefähre Keimzeit von 10-14 Tagen.

 

Saatgut keimt nicht: Was tun?

Wenn die Keimzeit des Saatguts bekannt ist, dann fällt einem auf, wenn diese Zeit überschritten ist und sich im Beet oder auf dem Balkon noch nichts getan hat. Dies kann bedeuten, dass das Saatgut zu alt ist oder falsch gelagert wurde. Saatgut sollte kühl, im besten Fall unter 10 Grad und vor allem trocken gelagert werden. Das Saatgut muss luftdurchlässig verpackt sein, Papiertüten aus Graspapier sind hierfür perfekt geeignet. Plastiktüten sollten vermieden werden. Schraubgläser können ebenfalls verwendet werden, aber nur, wenn die Samen richtig trocken sind. Wurde vorab ein Test gemacht, um die Keimfähigkeit zu prüfen, so können diese Gründe ausgeschlossen werden.

Dann ist zu prüfen, ob das Erdsubstrat geeignet ist und ob der Samen nicht zu tief oder zu flach ausgesät wurde. Als Faustregel beim Saatgut in die Erde bringen, kann man sich merken, dass kleine Samen nur flach ausgesät werden dürfen und größere Samen tiefer in die Erde gesteckt werden müssen. Ein anderes Problem kann ein zu kalter Boden sein. Am besten lässt sich dies vermeiden, wenn man Samen drinnen vorzieht. Um eine Keimung sicherzustellen, muss ebenfalls durchgehend Feuchtigkeit am Samen vorhanden sein, die Erde darf also nicht austrocknen.