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Blumenerde: Alles was Du wissen solltest

Illustration von Mensch, der den Boden bearbeitet

 

 

Jeder kennt Blumenerde, aber nicht unbedingt jedem ist bewusst, woraus sie besteht. Sie ist auch oft als Universalerde bekannt und kann aus verschiedenen Bestandteilen hergestellt werden. Oftmals gibt es sie in 40 Liter Säcken im Baumarkt zu kaufen, aber auch jeder gut sortierte Supermarkt bietet verschiedene Größen und Arten der Blumenerde an. Auch preislich gibt es aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzungen und der Qualität der einzelnen Komponenten große Unterschiede. Hochwertige Blumenerde lässt sich an einer lockeren Struktur erkennen. Drückt man diese in der Faust zusammen, so sollte sie beim Öffnen der Hand nicht pappen, sondern wieder auseinanderfallen. Schlechte Erde hat mehr grobes Material und einen moderigen Geruch.

 

Blumenerde: Was ist da eigentlich drin?

Eine Blumenerde besteht hauptsächlich aus Torf, Holzfasern, Kalk und Dünger. Der Torf speichert Wasser und sorgt für eine gute Struktur, welche den Wurzeln von Pflanzen Halt bieten. Holzfasern können alternativ oder zusätzlich zu Torf eingesetzt werden, diese fördern die Belüftung und Entwässerung der Erde. Kalk ist in Blumenerden enthalten, um den pH-Wert zu regulieren. Dünger sorgt für die pflanzenverfügbaren Nährstoffe, meist ist der Blumenerde ein NPK-Dünger beigesetzt.

Weitere Bestandteile, die oft in Blumenerden zu finden sind, sind Kompost, Kokosfasern, Ton- und Lavagranulat, Gesteinsmehl, Hornspäne und Sand. Es gibt verschiedene Arten von Kompost, welche sich in der Blumenerde befinden können. Der Grünkompost enthält viele Nährstoffe und Mikroorganismen. Rindenkompost hilft mit seiner groben Struktur bei der Aufgabe der Entwässerung und Belüftung innerhalb der Erde. Kokosfasern werden aufgrund der luftigen Struktur und der guten Wasserabsorption gerne beigemischt. Tongranulat sorgt für eine Festigkeit in der Blumenerde, unterstützt bei der Nährstoffversorgung und hilft bei der Befeuchtung von trockener Erde. Lavagranulat hat ähnliche Fähigkeiten in der Blumenerde wie Ton. Gesteinsmehl kann beigefügt werden, um die Humusbildung in der Erde zu fördern. Hornspäne dienen als natürlicher Stickstoffdünger. Sand in der Erde sorgt dafür, dass Wasser gut abläuft und keine Staunässe entsteht.

 

Blumenerde oder Pflanzerde: Die wichtigsten Unterschiede

Blumenerde und Pflanzerde kommen nicht natürlich vor. Diese werden zusammengemischt und abgepackt verkauft. Da beide Begriffe nicht geschützt sind, ist es schwer, einen genauen Unterschied festzuhalten. Oftmals wird als Blumenerde ein Pflanzsubstrat für Topfkulturen, Kübel und Blumenkästen verkauft und als Pflanzerde ein Pflanzsubstrat für Topfkulturen und den Garten, beispielsweise für Gehölze oder Stauden. Manchmal ist umgangssprachlich mit Blumen- und Pflanzerde aber auch das Gleiche gemeint. Blumenerde ist meist teurer, da sie ausgewählte Inhaltsstoffe enthält. Sie weist einen niedrigeren pH-Wert von etwa 6,1 auf. Pflanzerde ist eine Art Kompostersatz, hat eine gröbere Struktur und enthält weniger Dünger. Sie hat einen pH-Wert von 6,5.

 

Blumenerde: Ideal für Gemüse oder für Zimmerpflanzen?

Gemüsepflanzen haben besondere Ansprüche an eine Erde. So sollte der pH-Wert zwischen 6-7 liegen und viele Nährstoffe und Mikroorganismen vorhanden sein. Sie sollte eine lockere Struktur aufweisen, die dennoch genügend Halt für die Pflanzen bietet.

Blumenerde ist für Topfpflanzen vorgesehen, kann aber auch für die Kultivierung von Gemüsepflanzen verwendet werden, wenn man auf einige Dinge achtet! Eine Blumenerde kann aus Torf, Holz- oder Kokosfasern, Kompost, Humus, Kalk und NPK-Dünger zusammengesetzt sein. Soll also nicht extra eine spezielle Erde für Gemüsepflanzen gekauft werden, so empfehlen wir eine torffreie Blumenerde mit einem hohen Kompostanteil zu verwenden, da diese mehr Mikroorganismen und Spurenelemente beinhaltet. Zwar ist der Verzehr des das darin angebauten Gemüses unbedenklich, wir empfehlen aber die Verwendung einer biologischen Erde. Verwendet man Blumenerde, so muss regelmäßig gedüngt werden, da Gemüsepflanzen einen hohen Bedarf an Nährstoffen haben, welcher nicht mit normaler Blumenerde gedeckt werden kann. Alternativ lässt sich Blumenerde für Gemüse auch mit hauseigenem Kompost und/oder Gesteinsmehl mischen.

Die Bedürfnisse von Zimmerpflanzen lassen sich leider nicht so generell kategorisieren, da sehr viele unterschiedliche Arten von Pflanzen als grüne Mitbewohner dienen können. Es ist schwierig, eine generelle Aussage darüber treffen zu können, ob Blumenerde für Zimmerpflanzen verwendet werden kann. In den meisten Fällen stellt es jedoch kein Problem dar, es sollte aber vorher recherchiert werden, ob die Zimmerpflanze spezielle Bedürfnisse hat.

Oftmals gibt es Grünpflanzen- und Palmenerde zu kaufen, welche von der Zusammensetzung besser für Zimmerpflanzen geeignet ist als Blumenerde. Des Weiteren benötigen Kakteen und Orchideen spezielle Erden, welche in vielen Baumärkten oder im Internet zu kaufen sind. Kakteen benötigen humusarme Erde, die einen hohen Stand- und Steinanteil hat, um Wasser gut durchzulassen. Außerdem benötigen sie viele Mineralien. Orchideen gehören zu den sogenannten Aufsitzerpflanzen und benötigen deshalb keine richtige Erde, sie versorgen sich hauptsächlich über ihre Luftwurzeln. Orchideenerde besteht aus Pinienrinde, Torf, kohlensaurem Kalk und speziellem Orchideendünger. Hat man viele Zimmerpflanzen, so macht es in der Tat Sinn, sich eigene Erdsubstrate zusammenzumischen. Oftmals ist die normale Blumenerde zu dicht, weshalb Perlite oder Tonkugeln untergemischt werden. Auch unsere aufgeladene Pflanzenkohle, der Bio Bodenverbesserer, kann für die Mischung verwendet werden, um einen extra Wasser- und Nährstoffspeicher in die Erde zu bringen. Die beliebte Zimmerpflanze Fensterblatt, auch als Monstera bekannt, ist ebenfalls eine Aufsitzerpflanze, weswegen viele Besitzer dieser Pflanze ihr Erdsubstrat selbst zusammenmischen. Ein spezielles Substrat für diese Pflanze ist im normalen Baumarkt nämlich noch nicht erhältlich und kann nur im Internet bestellt werden.

 

Kleine Pflanzen in Töpfen mit Erde

 

Spezialerden: Welche gibt es noch?

Unter Blumenerde versteht man meist eine universelle Pflanzerde. Diese funktioniert auch für den Großteil der Kulturen, aber doch nicht für alle. Deshalb gibt es sogenannte Spezialerden, welche aus den unterschiedlichsten Bestandteilen zusammengesetzt sind und so den Bedürfnissen bestimmter Pflanzen angepasst werden. Bei der ganzen Auswahl gibt es auch einige Erden, bei denen sich ein Kauf nicht lohnt. So benötigen Sie beispielsweise keine speziell für Rosen, Tomaten oder Zitrusfrüchte konzipierte Erde.

Wichtig ist es allerdings, bei Moorbeetpflanzen wie Rhododendron oder Hortensien eine spezielle saure Erde zu verwenden, da diese einen niedrigen pH-Wert von 4-5 benötigen.

In den Baumärken ist ebenfalls eine sogenannte Aussaat- und Kräutererde zu finden. Dies ist eine nährstoffarme Erde, die das Wachstum eines tiefen Wurzelwerks fördert. Diese Erde ist auch sandiger, um Staunässe und Krankheitsbefälle der jungen Pflanzen vorzubeugen.

Auch für den Rasen gibt es eine spezielle Erde, welche eine eher lockere Struktur aufweist. Der Rasen stellt für den Boden eine hohe Belastung dar und darf sich deshalb nicht verdichten.

Für die Bepflanzung des Gartenteichs sollte keine Blumenerde, sondern Teicherde verwendet werden. Es ist nämlich wichtig, dass die Erde am Boden des Gewässers bleibt. Diese spezielle Erde ist nährstoffarm, um einer Algenbildung vorzubeugen. Als Alternative zu deiner Teicherde kann aber auch Kies oder Tongranulat verwendet werden.

 

Besonders beliebt: Torffreie Blumenerde

Oftmals ist ein Bestandteil von Blumenerde Torf. Man unterscheidet zwischen hellbraunem Weißtorf und dunklem Schwarztorf. Torf hat die idealen Bedingungen für das Wachstum der meisten Pflanzen, hat aber einen großen Nachteil: Für seine langfristige Gewinnung muss man intakte Moore unwiderruflich zerstören. So wird der Weißtorf aus den oberen Schichten der Moore gewonnen und der Schwarztorf aus den tieferen Schichten. Die Zerstörung der Moore ist nicht nur fatal, da ganze Ökosysteme und ihre beheimaten Pflanzen- und Tierarten bedroht werden, sondern auch, weil in den Mooren unserer Welt doppelt so viel CO2 gespeichert ist wie in allen Wäldern zusammen. Durch den Abbau von Torf wird dieses freigesetzt und begünstigt somit den Klimawandel.

Aus diesem Grund wird es langfristig keine Blumenerden mit Torf mehr geben, denn einige Torfersatzstoffe sind auch jetzt schon im Einsatz. Kauft man eine torffreie Erde, so enthält diese mit hoher Wahrscheinlichkeit Holz- oder Kokosfasern und Grün- oder Rindenkomposte. Momentan sind diese nachhaltigeren Erden noch teurer, da aber fortlaufend weitere Stoffe erforscht werden, wird sich dies hoffentlich bald ändern. Spätestens ab 2026 wird Torf in Blumenerden verboten sein. Torf bietet ein gutes Nährstoff- und Wasserspeichervermögen, weshalb bei Erden ohne Torf mehr gegossen und gedüngt werden muss. Eine Alternative bietet unsere biologische Wundererde, welche aufgrund von Pflanzenkohle und dessen porösen Struktur ebenfalls einen super Wasser- und Nährstoffspeicher bietet. Leider dürfen Bio-Blumenerden bis zu 80 % Torf enthalten, deswegen sind diese nicht automatisch ohne Torf. Auf die entsprechende Beschriftung muss also geachtet werden. Inzwischen gibt es nicht nur Universalerden mit Torfersatz, sondern auch Spezialerden. Eine hilfreiche Datenbank mit vielen torffreien Erden findest du hier: https://www.torffrei.info/marktuebersicht-torf-alternativen.

 

Wie lagere ich Blumenerde am besten?

Um einen angebrochenen Sack Erde nicht wegschmeißen zu müssen, ist es wichtig, die Erde luftdicht bei stabilen und kühlen Temperaturen zu lagern. Die Erde kann dazu am besten in der Originalverpackung oftmals einem Plastiksack bleiben. Dieser lässt sich einfach mit einem Klipp verschließen. Richtig gelagert kann man angebrochene Erde auch nach einigen Monaten noch verwenden. Dennoch ist es wichtig, die Erde vor Verwendung auf Schädlingsbefälle zu überprüfen. Auch Schimmel kann sich bei stark schwankenden Temperaturen bilden, lediglich Frost ist kein Problem für Erde. Je nach Dauer der Lagerung kann die Blumenerde an Qualität verlieren und muss vor erneuter Verwendung aufgewertet werden.

 

Blumenerde entsorgen: Wie geht es richtig?

Möchte man im Frühjahr seinen Balkon wieder neu bepflanzen, so fällt die Erde, die sich vom letzten Jahr noch in den Töpfen befindet, direkt ins Auge. Diese muss aber nicht unbedingt entsorgt werden, denn wenn diese frei von Schädlingsbefällen ist, so kann sie mit Kompost, unserem Bio Bodenverbesserer oder neuer Blumenerde vermengt und aufgefrischt werden. Auch beim Umtopfen von Zimmerpflanzen muss die Erde nur bei Krankheits- oder Schädlingsbefällen entsorgt werden. Ansonsten kann diese lediglich mit neuer Erde ergänzt werden. Ist der Zustand der alten Erde aber so schlecht, dass diese entsorgt werden muss, so kann dies in kleinen Mengen im Restmüll gemacht werden. Wenn die Erde kein Kunststoff aufweist, dann ist auch die Entsorgung im Biomüll möglich.